Rosarote Brille

 

it's a hard life

it’s a hard life von hafual auf Flickr ©

nothing out there

nothing out there von hafual auf Flickr ©

too cold for me

too cold for me von hafual auf Flickr ©

walk with the birds

walk with the birds von hafual auf Flickr ©

Viele von uns uns in Deutschland lieben es an das Meer zu fahren. Wir genießen die Luft, das warme Wetter, die Geräusche der Gischt und den leichten warmen Wind am Strand. Für uns ist das Wort “Strand” fast ein Synonym für “Erholungsurlaub”.

 

Doch wie ist es wenn man an einem solchen Strand wohnt? Wenn man sich seine Brötchen dort verdient, wo nahezu alle Besucher Urlaub machen, man selbst aber nicht in der Tourismusbranche arbeitet? Wie ist das Leben hinter der rosaroten Brille der Touristen wirklich? Das Thema hat mich heute sehr beschäftigt, als ich Seal Beach und Huntington Beach besucht habe. Zwei Orte mit Stränden wie für Surfer und Urlauber geschaffen. Doch jetzt im Herbst bzw. Winter sind an diesen Stränden kaum Menschen, da es bei 10 bis maximal 20 Grad zu kalt für Touristen ist. Es verbleiben ein paar harte Surfer und diejenigen hinter den Kulissen, die hier wohnen und arbeiten. Diese Menschen werden von den Touristen wahrscheinlich sonst meistens gar nicht wahr genommen, doch im Winter kann man sie sehen, denn sie verbringen nicht nur zwei oder drei Wochen an diesem Strand, sondern vielleicht oft ihr ganzes Leben.

 

Meine heutigen Bilder erzählen genau diese Geschichte. In “it’s a hard life” sieht man eine Fischerin vor der Skyline von Long Beach. Ich weiß nicht wie lange sie dort schon sitzt, aber wenn das ihr täglicher Beruf ist, dann war das heute ein wirklich harter Job: es war sehr windig und knappe 15 Grad kalt. Als die Dame im Bild “nothing out there” ihre Angel einholt, hat sie leider nichts an der Leine. Ich habe fast gespürt, wie traurig sie nach dem langen Warten darüber war.
Der Vogel im Bild “too cold for me” hat sich schon so daran gewöhnt von den Touristen gefüttert zu werden, dass es ihm jetzt schwer fällt am einsamen Strand Nahrung zu finden. Er hat es versucht, ist danach auch noch mutig direkt in das Wasser gerannt, hat aber nichts Brauchbares gefunden. Wahrscheinlich macht er sich bald auf in Richtung Süden oder vielleicht füttert ihn der alte traurige Einheimische im Bild “walk with the birds“, der die Szenerie in wenigen Schritten kreuzen wird. Was ist wohl sein Beruf und wie wird er diesen Winter überstehen?

Hier ist dieser Artikel entstanden: Huntington Beach, California, United States.

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