Fünf Nächte bis zum grossen Tag

 

Sleeping Beauty

Sleeping Beauty von hafual auf Flickr ©

face the monster's eyes

fenced

fenced von hafual auf Flickr ©

Bei euch ist es bald wieder soweit. In nur fünf Tagen ist Weihnachten. Doch dieses Jahr ist bei mir alles ein bisschen anders. Es ist das erste Jahr meines Lebens ohne Weihnachtsvorbereitungen. Ich war keine Geschenke kaufen, ich bin nicht im Weihnachtsstress, ich werde am 23.12. nicht noch die Hälfte der Geschenke brauchen, ich werde den Amazon Overnight Express kurz vor Heilig Abend nicht nutzen und ich werde am 24.12. kurz bevor es los geht nicht noch schnell Geschenke einpacken.

 

Ich werde am 24.12. zum Weißwurst-Frühstück nicht bei meiner Familie sein, ich werde “nur” ein Geschenk auspacken (auf das ich mich aber gerade deshalb wahnsinnig freue), ich werde am 25.12. nicht bei meinem Onkel zum Geburtstag sein, ich werde am 24. nach der Bescherung nicht bis zum frühen Morgen feiern, ich werde all eure Weihnachtsbäume nicht sehen, ich werde kein einziges Plätzchen essen, ich werde kein Kilogramm zunehmen und ich werde meine Familie und euch alle ganz extrem vermissen. Und mir ist natürlich auch völlig klar, dass das kein Grund zum jammern ist, denn immerhin habe ich mir das selbst ausgesucht. Aber ein bisschen melancholisch darf man doch sein, oder? :)

 

Aber es sind ja noch fünf Tage und ich sitze jetzt gerade im Bus bei einer 9-stündigen Fahrt nach Mũi Né. Zum Abschied vom Mekong Delta und Cần Thơ habe ich noch eine kleine Fototour durch den Markt und die Markthalle gemacht. Hier war ich wirklich der einzige Tourist unter unzähligen Vietnamesen, was ein großartiges Gefühl war. Und es hat sich gelohnt: das Bild “Sleeping Beauty” zeigt eine wunderschöne Frau zwischen Gemüse und Fleisch in der Markthalle (den Geruch in dieser Halle kann man sich nicht vorstellen). Sie ruht sich sicherlich von dem anstrengenden Vormittag aus, der bestimmt schon um 06:00 morgens begonnen hat.
Das Bild “fenced” habe ich am Flussufer entdeckt: Fahrradfahren wird in asiatischen Ländern immer seltener. Ich hatte mein ganzes Leben Asiaten auf Fahrrädern als Klischee im Kopf, aber durch die unglaubliche Anzahl an Rollern gibt es kaum noch Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Und den Eingang im Bild “face the monster’s eyes” habe ich um die Ecke der Markthalle entdeckt. Ich wusste, dass mich diese Stufe mit den Fliesen an etwas Bestimmtes erinnert und habe lange gebraucht um zu verstehen was es ist: natürlich, ein kleines Monster in Monster AG. Und da erinnere ich mich wieder an Weihnachten, denn in dieser Zeit laufen immer die besten Trickfilme. Ach ja, das erste Weihnachten meines Lebens bei 25 Grad wird bestimmt etwas komisch und trotzdem schön. Und ganz sicher total anders als alle Jahre davor.

 

Das vollständige Album “Mekong Delta” findet ihr hier.

Hier ist dieser Artikel entstanden: Phan Thiet, Binh Thuan Province, Vietnam.

2 Kommentare zu "Fünf Nächte bis zum grossen Tag"

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